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Umgang mit Patientenverfügungen

Patientenverfügungen dienen dazu, den Willen des Patienten für den Fall, dass er nicht in der Lage ist, diesen zu äußern, schriftlich festzulegen.
Ein solcher Fall kann beispielsweise dann eintreten, wenn ein komplizierter Krankheitsverlauf eine längere Narkose und Beatmung notwendig macht, oder Medikamente zur Schmerzbehandlung gegeben werden müssen, die das Bewusstsein so trüben, dass die eigene Meinung nicht mehr formuliert werden kann. Auch nach Schlaganfällen oder anderen Hirnschädigungen kann es sein, dass der Wille nicht mehr vom Patienten selber formuliert werden kann.

Die Patientenverfügung sollte nach Möglichkeit so abgefasst werden, dass eine Situation möglichst klar und eindeutig formuliert wird, außerdem sollte dann genau festgelegt werden, welche medizinischen Maßnahmen noch und welche nicht mehr durchgeführt werden sollten.
Es kann natürlich je nach eigener Einstellung auch formuliert werden, dass in jedem Falle alle medizinisch sinnvollen Anstrengungen unternommen werden sollen, um das Leben des Patienten zu erhalten.

Vorlagen zu Patientenverfügungen finden Sie vorformuliert im Internet, sinnvoll ist es oft, seine Angehörigen einzubeziehen und auch den Hausarzt um Rat zu fragen.

Die Patientenverfügung sollte nach Möglichkeit in der Krankenakte vorliegen und möglichst aktuell sein.

Liegt eine Patientenverfügung schriftlich vor und bezieht sie sich auf den vorliegenden Gesundheitszustand, muss diese in der Regel von den behandelnden Ärzten befolgt werden.

Dies ist in der Zentralklinik selbstverständlich.

Sollte eine Uneinigkeit herrschen, weil die Patientenverfügung nicht konkret oder missverständlich formuliert wurde, kann beispielsweise das Ethik-Komitee im Hause (Kontakt über das Sekretariat der Palliativmedizin, Tel.: 036458 5-1901 oder das Sekretariat der Neurochirurgie, Tel.: 036458 5-1301) bei der Interpretation helfen.

Unabhängig von einer Patientenverfügung ist es sinnvoll, eine Vorsorgevollmacht anzufertigen. Mit einer Vorsorgevollmacht legen Sie fest, welche Person Ihres Vertrauens befugt ist, für Sie zu entscheiden, wenn Sie es nicht können.

Prof. Dr. Mursch
Leiter des Klinischen Ethik-Komitees