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Endoskopie

Neue Entwicklungen in der Endoskopie

Die endoskopischen Untersuchungen in der Gastroenterologie wie die Magenspiegelung (Gastroskopie), die Dickdarmspiegelung (Coloskopie), die Dünndarmspiegelung (Doppelballonenteroskopie) sowie die Darstellung der Gallengänge und Pankreasgänge (ERCP) sind etablierte und verbreitete Untersuchungsverfahren.

Die weitere Entwicklung der Endoskopie hat zum Ziel, operative Eingriffe möglichst zu ersetzen. Wir wollen Ihnen an drei Beispielen diese Fortentwicklung aufzeigen. Bei der endoskopischen Mukosaresektion (und Submukosaresektion) können Krebsvorstufen und noch nicht ausgebreiteter Krebs der Schleimhaut des Verdauungstraktes durch eine Spiegelung entfernt werden. Bei der transgastrischen Zystendrainage können Zysten, die sich nach einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gebildet haben und die eine Infektion aufweisen, durch den Magen oder den Zwölffingerdarm entlastet und gereinigt werden. Bei der Anlage von Stents, das sind selbstaufdehnende Röhrchen aus Metall oder Plastik, können Engstellen im Verdauungstrakt dauerhaft aufgedehnt werden und somit eine weitgehend normale Ernährung  ermöglichen.

Endoskopische Mukosaresektion

Durch ausgedehnte Untersuchungen ist bekannt, dass Krebs oder Krebsvorstufen erst nach einer bestimmten Einwachstiefe in die Schleimhaut Tochtergeschwülste bilden. Vor einer geplanten Entfernung einer Krebsgeschwulst in der Schleimhaut muss daher eine genaue Bestimmung der Einwachstiefe erfolgen. Diese Untersuchung erfolgt mit der Endosonographie.

Nachfolgend wird die Geschwulst in der Schleimhaut durch Unterspritzen einer Lösung  von den anderen Darmschichten abgehoben . Danach kann die Krebsgeschwulst mit einer Schlinge oder einem feinen Nadelmesser entfernt werden. Auch große Prozesse können so entfernt werden . Die entfernte Krebsgeschwulst wird auf einer Korkplatte aufgespannt und zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt, die beurteilt, ob die Abtragung im Gesunden erfolgte und das Einwachsen der Geschwulst in die Schleimhaut genau bestimmt. Sollte die feingeweblichen Untersuchung ergeben, dass die Abtragung nicht im Gesunden erfolgte, muss entweder eine erneute Abtragung erfolgen oder operiert werden. Eine Abtragung, die nicht im Gesunden erfolgte wegen einem zu tiefem Einwachsen ist in der Regel auch direkt nach der Abtragung zu erkennen.

Durch die Weiterentwicklung dieser Technik ist es nun auch möglich, Krebsgeschwulste oder Vorstufen in tieferen Schichten der Schleimhaut abzutragen (endoskopische Submukosaresektion).

Eine Kombination zwischen Schlüssellochoperation und Endoskopie ermöglicht auch die genaue und zielgerichtete Entfernung von Krebsgeschwulsten oder Vorstufen in allen Schichten des Verdauungstraktes sofern nicht eine Entfernung von Lymphknoten notwendig ist.

Die transgastrische Zystendrainage ermöglicht die Ableitung und Ausräumung von Zysten oder Eiteransammlungen im Magen-Darm-Trakt. Diese Methode wird meist bei Zysten, die sich nach einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung gebildet und entzündet haben, durchgeführt und kann dadurch in ausgewählten Fällen einen operativen Eingriff ersetzen.

Die Darstellung der entzündeten Zyste erfolgt mittels der Endosonogaphie. Mit dem Endosonographiegerät wird mit einer dünnen Nadel in die Zyste eingestochen . Danach kann über die Nadel ein biegsamer Draht eingeführt werden und eine Erweiterung der Einstichstelle durch einen Ballon oder ein Nadelmesser erfolgen. Meist fließt danach der meiste Zysteninhalt ab. Um den Ablauf sicherzustellen, werden zahlreiche Plastikröhrchen eingesetzt. Um die Zyste zu säubern kann mit dem Endoskop durch den Magen oder Zwölffingerdarm in die Zyste vorgegangen werden. Eine Säuberung erfolgt durch eine vorsichtige Entfernung von Eiter und entzündetem und abgestorbenen Gewebe . Nach mehreren Säuberungssschritten erkennt man schließlich die Reinigung an neugebildeten Gewebe . Nach Entfernung der Plastikröhrchen verheilt die Schnittstelle mit einer kleinen Narbe.   

Um Engstellen durch eine Krebsgeschwulst in der Speiseröhre zu behandeln, werden mit gutem Erfolg seit längerer Zeit selbst-aufdehnende Metallröhrchen, sogenannte Stents, angewandt. Auch in den Gallengängen werden diese Stents von den meisten Kliniken eingesetzt. Diese Stents können auch im Zwöffingerdarm, Dünndarm und Dickdarm bei Verengungen eingesetzt werden um Engstellen dauerhaft aufzudehnen und die normale Ernährung zu sichern. Auch eine vorher angelegte Kurzschlussverbindung über den Magen bei einer Verengung des Zwölffingerdarms ist keine Gegenanzeige für die Einsetzung eines Stents in den Zwöffingerdarm. In den folgenden Bilderserien zeigen wir Ihnen das Einsetzen von Stents in den Ösophagus, den Zwöffingerdarm, den Dünndarm und die Gallengänge bei Krebsgeschwulsten, die nicht mehr operiert oder bestrahlt werden konnten .