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Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten und Hinweise zu den häufig gestellten Fragen

1. In der letzten Zeit habe ich immer wieder Phasen von plötzlich auftretendem Herzrasen. Das Herz schlägt dabei bis zum Hals und "ich habe das Gefühl, es kommt raus". Was kann ich tun?

Anfallsweise auftretendes Herzrasen mit regelmäßigem Puls und Klopfen bis in den Hals kann Ausdruck einer Fehlanlage des elektrischen Systems des Herzens sein. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für Herzrhythmusstörungen, ist in der Regel nicht bedrohlich, verursacht aber oft ausgeprägte Beschwerden. Die Diagnose wird gestellt mit Hilfe eines EKGs während der Phase von Herzrasen oder - wenn die EKG Dokumentation nicht gelingt - kann eine sogenannte elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt werden. Bei dieser Katheteruntersuchung wird zunächst die Herzrhythmusstörung mittels Stimulation ausgelöst und dann - nach Diagnosestellung - kann in der gleichen Sitzung häufig eine definitive Behandlung - eine sogenannte Katheterablation ("Verödung" des Ursprungsorts der Rhythmusstörung) - durchgeführt werden. Dies verhindert dauerhaft das Wiederauftreten der Rhythmusstörung. Die alternative Behandlung wäre eine dauerhafte medikamentöse Therapie. Diese muss dann jedoch in der Regel langfristig (oder sogar lebenslang) eingenommen werden.

2. Ich leide seit vielen Jahren unter hohem Blutdruck, seit einigen Monaten verspüre ich jetzt zwischendurch Pulsbeschleunigung und Herzrasen, dabei ist der Puls "völlig durcheinander" und das Herz setzt aus.

Aufgrund der von Ihnen angegebenen Beschwerden handelt es sich am ehesten um Vorhofflimmern, eine sehr häufig im Rahmen einer Hochdruckerkrankung auftretende Herzrhythmusstörung mit sehr unregelmäßigem Puls. Vorhofflimmern ist mit Abstand die häufigste Herzrhythmusstörungen überhaupt. Es gibt Schätzungen, dass etwa 1% der Bevölkerung unter dieser Rhythmusstörung leidet, altersabhängig nimmt die Häufigkeit der Rhythmusstörung zu und ein hoher Blutdruck ist eine der häufigsten Grunderkrankungen.

Zunächst sollte der Versuch unternommen werden, mit Hilfe eines EKGs die Verdachtsdiagnose bezüglich der Rhythmusstörung zu bestätigen (die eindeutige Diagnose einer Rhythmusstörung ist nur durch ein EKG möglich). Sobald die Diagnose feststeht sollte über die Behandlungsmöglichkeiten entschieden werden. Beim Vorhofflimmern steht - anders als bei Herzrhythmusstörungen mit regelmäßigem Puls - die medikamentöse antiarrhythmische Therapie an erster Stelle. Nur bei nicht ausreichendem Effekt bzw. Auftreten von Nebenwirkungen unter der Medikation wird auch bei dieser Rhythmusstörung heutzutage mit großem Erfolg eine Katheterablation durchgeführt. Der Aufwand für diese Katheteruntersuchung ist jedoch deutlich höher als bei Herzrhythmusstörungen mit regelmäßigem Puls, sodass diese Untersuchungen nur in hierfür spezialisierten Abteilungen durchgeführt werden.

3. Mein Hausarzt hat bei einer EKG-Untersuchung sogenanntes Vorhofflimmern festgestellt und hat jetzt eine blutverdünnende Therapie angeraten. Sollte ich eine solche Therapie durchführen lassen?

Bei Vorliegen von Vorhofflimmern und zusätzlichen Risikofaktoren (hoher Blutdruck, Herzmuskelschwäche, Diabetes mellitus, höheres Alter oder bereits in der Vergangenheit aufgetretener Schlaganfall mit auch nur vorübergehender neurologischer Symptomatik) besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Schlaganfällen, sodass neben der antiarrhythmischen Behandlung der Herzrhythmusstörung in diesen Fällen eine - in der Regel dauerhafte - blutverdünnende Therapie zur Senkung dieses Risikos erforderlich ist.

4. Ich habe vor vielen Jahren einen Herzinfarkt gehabt. Bis vor einigen Wochen ging es mir nach der akuten Behandlung relativ gut. In den letzten Wochen bin ich jedoch zweimal kurzzeitig aus heiterem Himmel bewusstlos geworden. Die bisherigen Untersuchungen haben keinen wegweisenden Befund erbracht, ich weiß nicht genau, was ich jetzt tun soll und habe Angst mich stärker zu belasten oder Auto zu fahren.

Bei Patienten, die schon mal einen Herzinfarkt durchgemacht haben, ist eine Bewusstlosigkeit immer ein sehr ernst zu nehmendes Symptom. Unter Umständen handelt es sich um - bösartige - Herzrhythmusstörungen aus der Herzinfarktnarbe, die unbehandelt zum Auftreten des sogenannten plötzlichen Herztodes führen können. Hier ist auf jeden Fall eine weitergehende Abklärung erforderlich. Es sollte während einer Herzkatheteruntersuchung eine erneute Gefäßdarstellung der Herzkranzgefäße erfolgen, um eine neuerliche Durchblutungsstörung des Herzmuskels auszuschließen oder ggf. zu behandeln. Zusätzlich sollte eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt werden, um die Pumpfunktion des Herzmuskels zu beurteilen. Neben der medikamentösen Therapie (ß-Blocker, ACE-Hemmer oder Angiotensin Rezeptor-Antagonisten, Aldosteron Antagonisten), die inzwischen standardmäßig bei jedem Patienten nach einem Herzinfarkt durchgeführt werden soll, ist die einzige wirklich effektive Behandlung eines erhöhten Risikos für das Auftreten eines plötzlichen Herztodes die Implantation eines sogenannten Defibrillators, der - ähnlich wie ein Herzschrittmacher - unter der Haut eingesetzt wird und dann den Herzrhythmus kontinuierlich überwacht und bei Auftreten einer bedrohlichen Herzrhythmusstörung automatisch eine entsprechende lebensrettende Therapie durchführen kann.

5. Wie lange dauert der Aufenthalt in der Klinik für Kardiologie?

In Abhängigkeit der Erkrankung, müssen Sie mit einem stationären Aufenthalt von 1 – 5 Tagen rechnen.

6. Kann ich selbst mit dem Auto an-/abreisen?

Es ist kein Problem selbst mit dem Auto an- beziehungsweise abzureisen. Es stehen Ihnen hierfür zahlreiche kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Nur für den Fall, dass Ihre Untersuchung oder ein Eingriff mit Narkose durchgeführt wird, sollten Sie an diesem Tag noch nicht wieder selbst Auto fahren.

7. Wird die Herzkatheteruntersuchung in Narkose durchgeführt?

Die Herzkatheteruntersuchung wird bei Ihnen nicht in Narkose, sondern unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Für lang dauernde Untersuchung, insbesondere für Katheterbehandlungen von komplexen Herzrhythmusstörungen ist häufig eine Sedierung oder auch Narkose erforderlich.

8. Wann kann ich nach einer Herzkatheteruntersuchung wieder aufstehen?

Bei einer Untersuchung über die Leistenarterie können Sie die Klinik nach 5-8 Stunden wieder aufstehen, wenn die Untersuchung über die Armarterie durchgeführt wird, ist keine Bettruhe erforderlich.