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Ballondehnung

Ballondehnung bei Verengungen der Herzkranzgefäße, insbesondere von chronischen Gefäßverschlüssen

Der häufigste Grund, warum Menschen unsere Hilfe in Anspruch nehmen, ist die Koronare Herzkrankheit (abgekürzt "KHK"). Dies wundert nicht, denn ca. 20%(!) aller Deutschen im mittleren Lebensalter haben eine KHK, d.h. sie leiden unter verengten, atherosklerotisch veränderten Herzkranzgefäßen.

In der Regel erfolgt bei Verdacht auf eine KHK in unserer Klinik die Duchführung eines MSCT (Multi-Slice Computertomogramm) zur Darstellung der Herzkranzgefäße ohne Herzkatheter. Manchmal ist dann keine Herzkatheter-Untersuchung nötig. Wird ein Herzkatheter benötigt und werden bedeutsame Engstellen festgestellt, wird gleichzeitig eine Ballondehnung (PTCA) durchgeführt.

Dank fortschrittlicher Herzkatheter-Techniken kann in den meisten Fällen aber eine Herzbypass-Operation vermieden werden. Die Zahl von 2000 Katheter-Ballondehnungen (PTCA), die jährlich in unserer Klinik druchgeführt werden, untermauert dies eindrucksvoll.

Ballondehnung (PTCA) und Stentimplantation

Die perkutan transluminale coronare Angioplastie (PTCA) ist in unserer Klinik ein häufig angewandtes Therapieverfahren bei verengten Herzkranzgefäßen. Sie ist eine interventionelle Behandlung, d.h. man kann Verengungen in den Herzkranzgefäßen beseitigen ohne den Brustkorb öffnen zu müssen. Wir gehen hierbei sowohl von der Leiste mittels Judkinstechnik als auch vom Arm mittels Sonestechnik aus (ca. 2000 pro Jahr). Heutzutage wird in den meisten Fällen ein sogenannter Stent über den Kahteter in die Engstelle platziert, damit die Engstelle nach der Dehnung offen bleibt.

Ablauf der Behandlung

Im Grunde verläuft die Ballondehnung ähnlich wie eine Herzkatheteruntersuchung. Die Aufweitung von Gefäßverengungen (Dilatation) wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Dabei wird ein Ballonkatheter (ein dünner Kunststoffschlauch mit einem Ballon an der Spitze) in die Engstelle vorgeschoben und der Ballon in der Einengung mittels einer unter hohem Druck eingebrachten Kontrastmittelmischung entfaltet. Dadurch werden die Ablagerungen aus Kalk und Cholesterin in die Gefäßwand gepresst und das Gefäß wird wieder frei durchgängig.

Bei den meisten Ballondehnungen erfolgt im Anschluss an die Ballondilatation gleich die Implantation eines sogenannten Stents (Drahtgitter) insbesonders zur Vorbeugung einer erneut auftretenden Verengung (Restenose). Dabei wird ein röhrenförmiges, feines Metallgitter (Stent) auf einem Ballonkatheter montiert, und im Bereich der vorweg aufgedehnten Dilatationsstelle von innen, nach neuerlichem Aufblasen des Ballons, in die Gefäßwand eingepresst. Dieses Metallgitter soll eine Wiederverengung des Gefäßes an der behandelten Stelle verhindern. Nach Ablassen des Ballons verbleibt der Stent im entfalteten Zustand für immer im Gefäß und wird im Verlaufe der folgenden Monate von körpereigenem Gewebe überwachsen Dann ist er nicht mehr der Blutströmung ausgesetzt. Da er anfangs blank im Blutstrom liegt, besteht die Gefahr, dass es zu einer Aktivierung der Blutgerinnung am Stent kommt. Dadurch könnte das Gefäß akut verschlossen und ein Infarkt ausgelöst werden.  Während dieser Zeit ist also die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten zwingend notwendig.