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Kardiale Magnetresonanztomographie

Die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) oder auch Kernspintomographie gehört zu den nicht-invasiven Schnittbildverfahren. In den letzten Jahren hat sich mit ihr eine neue, schonende Methode der Herzdiagnostik etabliert, die mittlerweile einen bedeutenden Stellenwert hat.

Die kardiale MRT produziert mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen (Hochfrequenz-Impulse) Daten, die per Computer in Bilder übersetzt werden. Da dieses Verfahren ohne Röntgenstrahlen arbeitet und auch keine jodhaltigen Kontrastmittel verwendet werden, ist es auch bei häufigeren Kontrolluntersuchungen nicht schädlich. Die Klinik für Kardiologie am Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka bietet in Kooperation mit dem Zentrum für Diagnostische und Interventionelle Radiologie das Verfahren der kardialen Magnetresonanztomographie an. Hierfür steht ein spezieller 1,5-Tesla Scanner mit der neuesten Hard- und Software für die kardiale Bildgebung zur Verfügung. Aktuell werden mehr als 750 Untersuchungen des Herzens und der herznahen Gefäße pro Jahr durchgeführt.

Ablauf der Untersuchung

Als Patient befinden Sie sich während der kardialen MRT-Untersuchung auf einer Liege, die in die Röhre des Kernspintomographen hineingefahren wird. Die Dauer ist sehr unterschiedlich und hängt von der Fragestellung und damit der Art der gewünschten Untersuchung ab. Für die kardiale MRT werden bis auf einen kleinen Zugang durch eine Hand- oder Armvene keine Katheter in den Körper eingebracht. Dieser Zugang wird benötigt um ggf. die Herzstrukturen noch besser mittels eines Kontrastmittels darzustellen oder um Medikamente zu verwenden, die bei der Messung der Herzdurchblutung (Perfusion) eine Belastungssituation, durch das Erhöhen von Herzschlag und Kontraktionskraft, simulieren. Das benutzte Magnetfeld wird vom menschlichen Körper nicht wahrgenommen und bereitet weder Schmerzen noch Unwohlsein.  Die verwendeten Kontrastmittel sind sehr gut verträglich und können selbst bei Patienten mit Kontrastmittelallergie eingesetzt werden. 

Bei bestimmten Personen (z.B. bei Patienten mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren) darf aus Sicherheitsgründen keine MRT-Untersuchung durchgeführt werden, da die Magnetfelder mit Metall interagieren können.

Die kardiale MRT kann über alle wesentlichen Funktionen des Herzens weitreichende Informationen geben:

1. Anatomische und funktionelle Darstellung

Die anatomische Darstellung des Herzens, der umgebenden Gewebe und der großen Gefäße gehört zu den wichtigsten Indikationen der kardialen MRT. Der Einsatz ist sehr vielseitig, z.B. bei der Diagnostik von angeborenen oder erworbenen Herzfehlern, bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels oder bei Herzinfarkten. Weitere Indikationen bestehen auch bei der Identifikation und Beurteilung kardialer Tumoren, der Beschaffenheit des Perikards und der Myokardtextur bei Herzmuskel-Erkrankungen (z.B. Myokarditis, Kardiomyopathien). Mittels MRT-Angiographie, unter dem Einsatz von Kontrastmitteln, lassen sich die großen herznahen Gefäße hervorragend beurteilen. 

Die kardiale MRT-Untersuchung gilt zudem heute als Referenzmethode für die Beurteilung der Funktion des Herzens.

2. Ischämiediagnostik

Die Detektion einer koronaren Herzkrankheit oder die Beurteilung der funktionellen Relevanz einer Koronarstenose kann mittels zweier kardialer MRT-Verfahren untersucht werden, die beide routinemäßig angeboten werden:

a) Wandbewegungsanalyse in Ruhe und unter Stressbedingungen
b) Perfusionsuntersuchungen in Ruhe und unter Stressbedingungen


3. Vitalitätsdiagnostik

Mit einer speziellen Technik lassen sich nach Gabe eines Kontrastmittels sowohl chronisches Narbengewebe, durchblutungsgemindertes Herzmuskelgewebe (hybernating myocardium) und auch akute Infarkte nachweisen. Die kardiale MRT kann für diese Fragestellung mit mindestens identischen Ergebnissen, gemessen an einer PET- oder SPECT-Untersuchung genutzt werden. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die kardiale MRT-Bildgebung nach akuten Myokardinfarkten, zu einer noch besseren Prognoseabschätzung der Patienten, dar.

Für alle diese Indikationen und auch für noch weitere Spezialindikationen wird Ihnen die kardiale MRT an der Zentralklinik Bad Berka durch ausgebildete Spezialisten angeboten.