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Verschluss des Vorhofohrs bei Vorhofflimmern

Verschluss des Vorhofohrs mit einem Kathetersystem zur Verhinderung thromboembolischer Komplikationen bei Patienten mit Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt, und neben der teilweise sehr ausgeprägten Beschwerdesymptomatik stellen thromboembolische Komplikationen, insbesondere in Form ischämischer Schlaganfälle, das Hauptrisiko dieser Arrhythmie dar. Die Mehrzahl dieser Thromben entsteht dabei im Bereich des sogenannten Vorhofsohrs im linken Vorhof. Bei entsprechendem Risiko für ein solches Ereignis stellt bisher die medikamentöse Antikoagulation mit Vitamin-K Antagonisten die einzige Möglichkeit der Behandlung dar. Obwohl sich mit einer solchen Behandlung das erhebliche Risiko einer thromboembolischen Komplikation deutlich senken lässt, geht die dauerhafte Antikoagulation durch die sehr geringe therapeutische Breite dieser Substanzen mit einem – alterabhängig ansteigenden – Risiko für Blutungskomplikationen einher. Dieses Risiko ist der Grund dafür, dass nur ein Teil der Patienten, die einer solchen Therapie bedürfen, diese auch erhalten. Neben der Entwicklung neuer therapeutischer pharmakologischer Wirkprinzipien (z.B. oraler Thrombin Antagonisten) ist daher auch die nicht-medikamentöse Therapie der thromboembolischen Komplikationen seit Jahren Gegenstand der Forschung. Aus der chirurgischen Erfahrung (häufig wird bei Klappeneingriffen das Vorhofsohr verschlossen oder entfernt) ist die Effektivität einer solchen nicht-medikamentösen Maßnahme seit vielen Jahren bekannt. Es steht nun ein System zur Verfügung, welches mittels Katheter in den linen Vorhof vorgeführt wird und dann im Vorhofsohr verankert wird. Eine große randomisierte Studie hat jetzt eine ähnliche Effektivität dieses Eingriffs verglichen mit einer oralen Antikoagulationsbehandlung gezeigt, während die Blutungskomplikationen – erwartungsgemäß – deutlich niedriger waren. Somit steht nun erstmals eine einfache Alternative zur Behandlung des thromboembolischen Risikos zur Verfügung, die insbesondere bei Patienten, die Gegenanzeigen für eine medikamentöse Antikoagulation haben (z.B. stattgehabte Blutungskomplikation unter einer solchen Therapie oder aber eine Grunderkrankung, die mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergeht). Der Eingriff dauert etwa 45 min, das System wird über eine unter örtlicher Betäubung durchgeführte Punktion der Leistenvene vorgeführt und dann über die Vorhofscheidewand ins Vorhofsohr vorgebracht und dort – nachdem die korrekte Position mittels Ultraschall dokumentiert wurde, verankert. Nach diesem Eingriff ist dann nur vorübergehend (etwa 6 Wochen) eine Antikoagulation erforderlich, danach reicht eine thrombozytenaggregationshemmende Therapie.