A A A

Leistungsspektrum

Labordiagnostik

Labordiagnostik

In unserem Labor werden pro Jahr mehr als 2 Mio. Untersuchungen durchgeführt. Das Untersuchungsspektrum umfasst dabei ca. 450 Analysenmethoden. Untersucht werden Blutproben, Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit, Urin, Stuhl, sonstige Körperflüssigkeiten, Abstriche (z. B. aus Wunden) und Proben aus dem Bereich Krankenhaushygiene. Neben vollmechanisierten Analysengeräten, die bis zu 300 Untersuchungen in der Stunde durchführen können, kommen auch immer noch Methoden zum Einsatz, die von der medizinisch technischen Assistentin (MTA) von Hand vorgenommen werden müssen. Um den umfangreichen Ansprüchen und Aufgaben gerecht zu werden, ist die Abteilung Labor- und Hygienemedizin mit entsprechend qualifiziertem Personal und modernen, dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft stets angepassten Analysenmethoden und Analysengeräten ausgestattet.

Der zunehmende Fortschritt der diagnostischen Möglichkeiten im Labor führt mehr und mehr zu einer Spezialisierung, weshalb in unserem Labor grundsätzlich folgende Bereiche unterschieden werden können:

In der Klinischen Chemie werden Untersuchungen wie Blutzucker, Blutfette und Leberenzyme aber auch Medikamentenspiegel und Drogen bestimmt, sowie proteinchemische und immunologische Nachweise wie beispielsweise von Tumormarkern, Hormonen oder Allergieparametern durchgeführt.

Veränderungen oder ein Verlust von Blutzellen werden im Bereich Hämatologie festgestellt.

Im Bereich Hämostaseologie werden Blutgerinnungsstörungen diagnostiziert und gerinnungshemmende Therapien überwacht.

Im Bereich Transfusionsmedizin werden die Leistungen einer Blutbank für die klinischen Abteilungen der Zentralklinik Bad Berka bereitgehalten. In der Immunhämatologie erfolgen die Blutgruppenbestimmungen, der Nachweis und die Differenzierung von antierythrozytären Antikörpern und die vor einer Transfusion von Blutkonserven erforderlichen Verträglichkeitsuntersuchungen. Darüber hinausgehende spezielle Untersuchungen werden über das Labor des kooperierenden Blutspendedienstes zeitnah sichergestellt.

Im Blutkonservendepot der Blutbank werden sämtliche erforderlichen Blutpräparate für Operationen oder zur Behandlung sonstiger Blutverluste bereitgehalten.

Mit den Methoden der Infektionsserologie werden Antikörper gegen verschiedenste Infektionserreger nachgewiesen.

Im mikrobiologischen Labor werden Krankheitskeime auf speziellen Nährböden angezüchtet und ihre Empfindlichkeit gegen Antibiotika abgeklärt, um dem behandelnden Arzt eine gezielte und effektive Therapie zu ermöglichen. Daneben werden sämtliche für die Überprüfung der Krankenhaushygiene erforderlichen mikrobiologischen Untersuchungen durchgeführt. Bedrohliche Befunde werden sofort telefonisch an den zuständigen Arzt übermittelt. Hochinfektiöse Keime werden dem behandelnden Arzt und den Hygienefachkräften sofort telefonisch mitgeteilt, damit die erforderlichen Behandlungs- und Isoliermaßnahmen ohne Verzögerung eingeleitet werden können. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wird in solchen Fällen auch das Gesundheitsamt benachrichtigt.

Ein besonderer Bereich des mikrobiologischen Labors ist für die Tuberkulosediagnostik eingerichtet, wo eine Anzucht der Erreger, ihre Differenzierung und die Austestung geeigneter Antibiotika erfolgt.

In der molekulargenetischen Diagnostik werden einerseits humangenetische Untersuchungen durchgeführt. Damit lassen sich z. B. Mutationen nachweisen, die eine überschießende Gerinnung begünstigen können. Andererseits können mit diesen Methoden auch Mikroorganismen mit hoher Empfindlichkeit nachgewiesen werden. Zudem lassen sich die genetischen Grundlagen von Resistenzen oder von Definierten Pathogenitätsmerkmalen von Mikroorganismen nachweisen.

Für dringliche oder akute Indikationen steht das Labor rund um die Uhr zur Verfügung.

Neben der Zentralklinik Bad Berka werden von der Abteilung Labor- und Hygienemedizin noch weitere Krankeneinrichtungen mit Laboratoriumsdiagnostik sowie mit transfusionsmedizinischer und krankenhaushygienischer Fachkompetenz versorgt.

Natürlich ist es immer möglich, neben den von den Krankenkassen finanzierten Untersuchungen auf eigenen Wunsch Laboruntersuchungen wie z. B. Blutgruppenuntersuchungen mit Ausstellung eines Notfallausweises, Parameter mit Hinweisen auf Stoffwechselstörungen, Vitamine, Mineralstoffe, oder infektionsserologische Untersuchungen wie z. B. auf HIV-Antikörper durchführen zu lassen.

Krankenhaushygiene

Krankenhaushygiene

Der Abteilung Labor- und Hygienemedizin obliegt die Beratung in allen Fragen der Krankenhaushygiene sowie die Überwachung der Einhaltung der hygienischen Standards.

Aktuelle Situation der Krankenhaushygiene

Aufgrund der explosionsartig zunehmenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der modernen Medizin stellt sich auch die Krankenhaushygiene an der Zentralklinik Bad Berka ständig neuen Herausforderungen. Immunsuppressive Therapien oder invasive Maßnahmen erleichtern das Eindringen von Krankheitskeimen in den menschlichen Organismus. Durch den interkontinentalen Massentourismus werden hochinfektiöse Krankheiten eingeschleppt, die für die Bevölkerung eine erhebliche Bedrohung darstellen können. Die in der Vergangenheit vielfach unkritische Rezeptierung von Antibiotika in der Humanmedizin und der breite Einsatz in der Tiermast hat das zunehmende Auftreten von multiresistenten Krankheitskeimen zur Folge. Die Behandlung derartiger Patienten in der Klinik kann ohne die Gefährdung der anderen Patienten nur unter strengen Hygieneauflagen erfolgen.

Unter dem Aspekt der zunehmend knapper werdenden Ressourcen im Gesundheitswesen obliegt es der besonderen Sachkenntnis und dem Fingerspitzengefühl der für die Hygiene zuständigen Mitarbeiter im Krankenhaus, die für die jeweilige Situation wirksame Maßnahme ergreifen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Auf dem Sektor der Krankenhaushygiene sind zahlreiche gesetzliche Vorgaben zum Schutz des Patienten einzuhalten bzw. umzusetzen. Besonders in den letzten Jahren sind zahlreiche gesetzliche Regelungen geändert worden bzw. neu hinzugekommen. Die bedeutsamste Änderung war die Ablösung des Bundesseuchengesetzes durch das Infektionsschutzgesetz am 01.01.2001. Im Zuge des Inkrafttretens des Infektionsschutzgesetzes kam es zu einer Neufassung zahlreicher Verordnungen und Richtlinien. Die für Hygienefragen in der Bundesrepublik zuständige Bundesoberbehörde, das Robert-Koch-Institut, gibt über die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zu allen wesentlichen hygienerelevanten Themen Empfehlungen heraus, die als Ausführungsbestimmungen des Infektionsschutzgesetzes in den klinischen Einrichtungen verbindlich einzuhalten sind. Die behördliche Überwachung der einzuhaltenden gesetzlichen Regelungen vor Ort obliegt dem regionalen Gesundheitsamt.

Neben diesen zum Teil formal juristischen Aspekten muss für jegliches Handeln in der Krankenhaushygiene natürlich der aktuelle medizinisch-wissenschaftliche Kenntnisstand die Handlungsgrundlage sein.

Für die organisatorische Umsetzung der notwendigen Hygienemaßnahmen wurde in der Zentralklinik Bad Berka umfassend Sorge getragen: Die Hygienekommission unter Leitung des Ärztlichen Direktors der Zentralklinik Bad Berka ist oberstes Organ in allen Fragen der Krankenhaushygiene. In ihr sind alle wesentlichen Entscheidungsträger der Klinik vertreten, einschließlich Krankenhaushygieniker, Hygienefachkräfte und die hygienebeauftragte Ärzte.

Die vielfältigen Tätigkeiten in der Krankenhaushygiene sind nur durch ein schlagkräftiges Team zu bewältigen. Daher sind in unserer Abteilung 2 Krankenhaushygieniker, 4 Hygienefachkräfte sowie 1 Gesundheitsaufseher beschäftigt. Zudem betreiben wir in unserer Abteilung ein Labor, in dem sämtliche mikrobiologischen und krankenhaushygienischen Untersuchungen durchgeführt werden. Zusätzlich zu diesem Hygiene-Kernteam sind in allen Fachabteilungen unserer Klinik hygienebeauftragte Ärzte tätig, die vor Ort das hygienisch korrekte Arbeiten der Mitarbeiter unterstützen und fördern. Durch dieses umfassende Konzept ist eine systematische Umsetzung der erforderlichen Hygienemaßnahmen und damit auch der gesetzlichen Vorgaben rund um die Uhr sichergestellt. Zudem arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit den Gesundheitsbehörden zusammen und können auf eine erfolgreiche Partnerschaft zurückblicken.

Wir erarbeiten auf der Grundlage gesetzlicher Vorschriften und der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse Hygienepläne und Arbeitsanweisungen und darüber hinaus individuell auf unsere Klinik zugeschnittene Vorschriften und Verhaltensregeln. Wir führen regelmäßig Hygieneschulungen sämtlicher Mitarbeiter durch und vermitteln dabei das Fachwissen, welches die jeweiligen Berufsgruppen für ein hygienisch korrektes Vorgehen benötigen. Sämtliche hygienerelevanten Informationen sind den Mitarbeitern der Zentralklinik jederzeit über das Hausinformationssystem verfügbar. Daneben erfolgen umfangreiche Hygienekontrollen wie z. B. die Überprüfung der Sterilität von OP-Instrumenten und die Qualität des Trinkwassers, sowie der Sterilität in den von der Krankenhausapotheke und in der Radiopharmazie hergestellten Arzneimitteln.

Die Krankenhaushygieniker werten die im bakteriologischen Labor nachgewiesenen Krankheitskeime und deren Antibiotikaempfindlichkeit regelmäßig statistisch aus und bewerten die Daten zusammen mit den Kollegen im Antibiotic Stewardship Team. Dadurch werden hygienisch kritische Situationen sowie Wirkungsverluste von Antibiotika rechtzeitig erkannt. Diese Daten werden in der Hygienekommission und in der Arzneimittelkommission der Zentralklinik Bad Berka zur Festlegung der im Hause eingesetzten Antibiotika herangezogen. Ein ganz besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang den in der Bundesrepublik in den letzten Jahren stetig zunehmenden multiresistenten gram-negativen Keimen (MRGN), deren Ausbreitung im Krankenhaus unbedingt unterbunden werden muss. Auch eine eventuelle Häufung von im Krankenhaus erworbenen Infektionen wird durch die gezielte statistische Erhebung frühzeitig erfasst, damit die Hygienefachkräfte unverzüglich intervenieren können.

Perspektiven in der Krankenhaushygiene

Auch in der Zukunft wird die Fachkompetenz der Krankenhaushygieniker und der Hygienefachkräfte mehr und mehr gefragt sein. Die immer unüberschaubarer werdende Flut von gesetzlichen Auflagen und Regelungen, das Auftreten neuer hygienerelevanter Erreger und die ständige Ausweitung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bedarf der hygienisch-fachkundigen Beratung und Intervention. So sind möglichst immer vor Eintreten eines konkreten Falles die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen oder unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Dabei verhindert die fachkompetente Beratung der Mitarbeiter in der Klinik in kritischen Situationen eine Hysterie und ein Überreagieren.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde steht die Abteilung selbstverständlich für akute hygienische Problemfälle rund um die Uhr zur Verfügung.

Die Krankenhaushygieniker der Zentralklinik sind Mitglied in dem örtlichen MRE-Netzwerk.

Medizinische Schwerpunkte

Medizinische Schwerpunkte

  • Tbc-Diagnostik (S3-Labor, mit Erregeranzucht, Differenzierung und Resistenztestung)
  • mikrobiologische Diagnostik
  • mikrobiologische Diagnostik im Rahmen der Krankenhaushygiene
  • Liquordiagnostik einschließlich Erreger-spezifischer serologischer Diagnostik
  • Infektionsserologie
  • Krankenhaushygiene

Technische Ausstattung

Technische Ausstattung

Das umfassende Gerätespektrum des Labors ist wird stets an den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft angepasst.

Laborambulanz für Selbstzahler

Laborambulanz für Selbstzahler

Laboruntersuchungen liefern in der modernen Medizin einen wesentlichen Anteil der notwendigen Informationen zur Diagnosestellung, Therapieentscheidung und Verlaufskontrolle von Erkrankungen. Zudem gibt es zahlreiche Laborparameter, die schon lange vor den ersten klinisch feststellbaren Beschwerden auf eine sich entwickelnde Erkrankung hinweisen – z. B. beim Diabetes mellitus. In solchen Fällen kann eine frühzeitig begonnene, gezielte und möglichst ursächliche Therapie einen Ausbruch der Erkrankung und mögliche Folgeschäden verhindern.

In der Abteilung für Labor- und Hygienemedizin der Zentralklinik Bad Berka werden Laboruntersuchungen aus sämtlichen Bereichen der Laboratoriumsmedizin einschließlich der Mikrobiologie und Transfusionsmedizin durchgeführt: z. B. klinische Chemie, Immunologie, Tumormarker, Endokrinologie, Allergologie, Toxikologie, Hämatologie, Gerinnungsdiagnostik, Blutgruppenserologie, Infektionsserologie und Bakteriologie.

Die Untersuchungen werden in Proben aus dem Blut, Liquor, Urin, Stuhl, sonstigen Körperflüssigkeiten, Abstrichen und Gewebeproben durchgeführt.

In unserer Selbstzahler-Laborambulanz können sämtliche Laboruntersuchungen gegen private Rechnungsstellung nach vorheriger Vereinbarung durchgeführt werden. Die Probenentnahme erfolgt direkt vor Ort in unserem Labor. Eine Probenentnahme mit Durchführung der erforderlichen Laboruntersuchungen sowie die Besprechung der Befunde ist in der Regel kurzfristig möglich.

Eine kleine Auswahl unseres Untersuchungsspektrums mit den jeweiligen Gebühren finden Sie in unserem Informationsblatt.
[Flyer downloaden...]