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Migräne

Definition

Unter einer Migräne versteht man wiederholte Attacken heftiger, häufig einseitiger, stechender oder pulsierender Kopfschmerzen, die bei körperlicher Aktivität noch zunehmen. Die Attacken dauern 4 bis 72 Stunden an und gehen mit Übelkeit und/oder Erbrechen oder Licht- oder Geräuschempfindlichkeit einher.

Häufigkeit

12 bis 14% der weiblichen und 7 bis 8% der männlichen Bevölkerung leiden unter einer Migräne.

Ursache

Die Ursache der Migräne ist eine wahrscheinlich erbliche Instabilität in bestimmten Zellen des Gehirns. Gehäuft tritt die Migräne bei einigen seltenen Erkrankungen als Begleitsymptom auf.

Symptome

Der Migräneattacke (s.o.) gehen bei etwa 15% der Patienten neurologische Reiz- oder Ausfallserscheinungen (Aura) voraus. Dabei kann es sich um Seh- oder Gefühlsstörungen, Schwindel, selten auch Lähmungen handeln. Diese Störungen halten nur kurze Zeit an. Bleibende Störungen sind sehr selten.

Diagnostik

Die Diagnose einer Migräne beruht auf der Anamnese des Patienten. Zusatzuntersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie des Schädels dienen nur dem Ausschluss von Erkrankungen, die manchmal einer Migräne zugrund liegen können. Meist bestehen dann aber atypische Beschwerden oder zusätzliche Symptome.

Therapie

Man unterscheidet zwischen einer Behandlung der einzelnen Migräneattacke und einer Prophylaxe, um das Auftreten von Attacken möglichst zu verhindern.

Die Attackenbehandlung erfolgt entweder mit Azetylsalizylsäure, Paracetamol oder nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. Ibuprofen), wobei möglichst eine Viertelstunde vorher ein Antiemetikum (z.B. Metoclopramid) zur Verbesserung der Arzneimittelverwertung eingenommen werden sollte. Alternativ stehen sog. Triptane (z.B. Sumatriptan) zur Verfügung, die als Tablette eingenommen oder auch injiziert werden müssen. In beiden Fällen ist es sinnvoll, die Behandlung bei den ersten Anzeichen der drohenden Migräneattacke zu beginnen.

Eine Prophylaxe ist sinnvoll, wenn im Mittel mindestens drei Attacken pro Monat auftreten, die Attacken länger als drei Tage anhalten, die Attackenbehandlung nicht erfolgreich ist, die Attackenfrequenz zunimmt, an mehr als 10 Tagen pro Monat Kopfschmerzmittel notwendig sind oder lang andauernde Auren auftreten.