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Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung

Das Endoprothesenzentrum der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Zentralklinik Bad Berka ist im Herbst 2015 unter seinem Leiter, Dr. Sacha Mann, zum Endoprothesen-Zentrum der Maximalversorgung ernannt worden. Die Geschäftsführerin der Zentralklinik Bad Berka, Dr. Kerstin Haase, würdigte das Zertifikat: „Wir sind damit in Mittelthüringen das einzige Zentrum der Maximalversorgung, Darauf bin ich sehr stolz“.

Weitere wichtige Fakten über das Zertifikat und die Bedeutung für die Patienten lesen Sie im folgenden Interview mit Dr. Sacha Mann:

Was bedeutet die Zertifizierung für die Patienten?

Dr. Mann: Die Zertifizierung zum Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung bedeutet die Sicherstellung einer herausragenden Prozess-, Behandlungs- und Ergebnisqualität in der Endoprothetik. Das heißt, der Patient, der ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk braucht oder bei dem das vorhandene wegen Problemen ausgetauscht werden muss, kann sich darauf verlassen, dass seine Behandlung und auch das Behandlungsergebnis strengsten Qualitätskriterien entspricht. Diese werden regelmäßig nachgeprüft und dokumentiert. Letztlich unterzieht sich unsere Klinik hiermit freiwillig einem äußerst strengen Qualitätssicherungsprozess, um den Patienten mit größtmöglicher Sicherheit die bestmögliche Behandlungsqualität zu gewährleisten. Hierbei sind die Anforderungen an ein Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung in vielen Bereichen noch deutlich höher anzusiedeln als die an ein reguläres Endoprothesenzentrum, vor allem in Bezug auf schwierige Fälle und komplizierte Wechsel- und Revisionseingriffe.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Dr. Mann: Unsere Klinik muss sich einem jährlichen Zertifizierungsverfahren unterziehen. Hierbei werden im Rahmen eines strengen Audits durch externe Sachverständige alle relevanten Qualitätskriterien überprüft, wie z. B. die Operationsvorbereitung und Planung, die Operationsdauer, das postoperative Ergebnis inklusive dem Röntgenbild, das Fernbleiben von Komplikationen, aber genauso auch die Rundumversorgung des Patienten von der präoperativen Sprechstunde bis zur postoperativen Nachbehandlung in der REHA. Für die Zertifizierung als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung muss das Zentrum sehr erfahrene Operateure, sogenannte Senior-Hauptoperateure, vorweisen. Jeder Senior-Hauptoperateur muss für sich mindestens 100 endoprothetische Eingriffe pro Jahr nachweisen und das Zentrum an sich muss wenigstens 50 anspruchsvolle und komplizierte Wechseloperationen durchgeführt haben. Das Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung hebt sich zudem durch einen höheren Anspruch an interdisziplinäre Zusammenarbeit ab. Wir verfügen über eine hochkarätige Intensivmedizin, die schwierige Fälle mit Begleiterkrankungen hervorragend begleitet, auch die Zusammenarbeit mit der Kardiologie und weiteren Fachrichtungen erweist sich als sehr vorteilhaft. Erwähnenswert ist auch die Kooperation in einer interdisziplinären Tumorkonferenz. Zu den Voraussetzungen gehört natürlich auch eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit rund um das Thema Endoprothetik.

Welche Chancen sehen Sie durch das Zertifikat für Ihr Zentrum?

Dr. Mann: Durch das Zertifikat zum Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung wird unsere Klinik in der Orthopädie das Prädikat als Exzellenzzentrum weiter ausbauen können. Die Orthopädie der Zentralklinik Bad Berka und das hiesige Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung wird als überregionale Anlaufstelle für Patienten mit dem Wunsch nach höchster gesicherter Behandlungsqualität rund um künstliche Knie- und Hüftgelenke einen führenden Stellenwert einnehmen. Auch werden wir als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung, gerade wenn es um komplizierte Fälle und aufwändige Revisions- und Wechseleingriffe geht, zu einem zentralen Kooperations- und Ansprechpartner für umliegende einfache Endoprothesenzentren werden. Entsprechend den Qualitätssicherungsregularien kann für solche anspruchsvolle Fälle dann von uns angeboten werden, die Behandlung im Zuge einer gewünschten Kooperation zu übernehmen.

Im Endoprothesenzentrum werden jährlich bei rund 400 Patienten Knie- bzw. Hüftprothesen eingesetzt. Der Anteil an komplizierten Fällen oder Wechselfällen liegt bei über 30%.

Stolz auf das Zertifikat (v.l.n.r.) - Chefarzt Prof. Olaf Kilian, Geschäftsführerin Dr. Kerstin Haase, Dr. Sacha Mann, Peggy Höhne und Mahmoud Otabashi