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Symptomkontrolle

Zu den häufigsten Symptomen unter denen Patienten auf Palliativeinheiten außer Schmerzen leiden, gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • respiratorische Symptome (Husten, Luftnot)
  • Obstipation bis zum chronischen Ileus zum Beispiel bei Peritonealkarzinose
  • Mundtrockenheit
  • Schwäche
  • Lymphödeme
  • exulcerierende Tumoren
  • Sekundärläsionen wie zum Beispiel ausgedehnte Dekubitalulcera
  • psychische Probleme wie Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • psychiatrische Syndrome oder Symptome wie Depression
  • Verwirrtheit
  • Delir

Meist liegen mehrere Symptomkombinationen vor. Generell gilt es, bei jedem der aufgeführten Symptome sorgfältig durch eine angemessene Diagnostik zu klären, ob eine kausale Beeinflussung des Symptoms möglich ist, zum Beispiel die Kontrolle von Luftnot durch Pleurapunktion bei einem Pleuraerguss oder durch eine Ascitesdrainage bei ausgeprägtem Ascites mit Zwerchfellhochstand. Die erforderlichen diagnostischen und die sich daraus ergebenden therapeutischen Maßnahmen werden vor Ort, also bettseitig, durchgeführt.

Komplexe Pflege und Betreuung

Immer kommen auch im Rahmen der Symptomkontrolle symptomatische und additive psychologische und physikalische Verfahren zum Einsatz. Ein komplexes Vorgehen unter Mitarbeit der vertretenen Berufsgruppen ist nahezu bei jedem Patienten erforderlich.

Physiotherapie
Wichtige Aufgaben für die Physiotherapie bei der Verfolgung unseres Zieles der zeitbegrenzten Rehabilitation sind Mobilisations- und Beübungsverfahren, sowie Lymphdrainagen.

Pflege
Die Pflege ist durchgehend gefordert, besonders aber bei der Versorgung exulzerierter Tumoren und bei der Anleitung der Angehörigen in der Pflege ihres Erkrankten.

Ernährungstherapie
Ernährungstherapien werden enteral und parenteral nach sorgfältiger Indikationsstellung durchgeführt. Eine Ernährungstherapeutin kann bei Bedarf einbezogen werden. Das Gleiche gilt für Flüssigkeitssubstitution in der Finalphase.

Palliativen Sedierung
Wenn ein extrem belastendes Symptom in der Finalphase weder durch kausale, noch durch symptomatische Maßnahmen zu beeinflussen ist, wird die Frage der palliativen Sedierung geklärt. Voraussetzung ist: informed consent mit dem Patienten und seinen Angehörigen, Konsens im Team, genaues Konzept und sorgfältige Dokumentation.

Emphatie
Alle Professionen verfügen über ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz, welche eine entsprechende empathische Haltung voraussetzt. Ethische Grundkenntnisse sind Bedingung für alle in der Klinik für Palliativmedizin Tätigen.

Seelsorge
Da sich in der Endphase menschlichen Lebens nahezu immer unabhängig von der Zugehörigkeit zu Konfessionen spirituelle Nöte für den Patienten und seine Angehörigen ergeben, sich Sinnfragen auftun, ist die Präsenz eines erfahrenen und in Palliative-Care ausgebildeten Seelsorgers zwingend erforderlich und auf der Palliativeinheit der Zentralklinik gewährleistet.