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Psychologische Schmerztherapie

Wozu dient Schmerzpsychotherapie?

Chronischer Schmerz beinhaltet mehr als das Erleben von Schmerzen. Im Verlauf der Chronifizierung wird die Erkrankung auch im Verhalten, in der Stimmung, in Erwartungen und Überzeugungen sichtbar. Häufig kommt es zu gravierenden Veränderungen der gesamten Lebenssituation (z. B. Beeinträchtigung von Familienbeziehungen, Arbeitsunfähigkeit, finanzielle Einbußen, vorzeitige Berentung).

Bei einigen Patienten mit chronischen Schmerzen entwickeln sich ungünstige Verhaltensmuster von einerseits Überaktivität und Überforderung in schmerzarmen Perioden und andererseits Inaktivität, Schonung und häufigen Arztbesuchen in Schmerzphasen. Dieses Verhalten kann seinerseits an der Aufrechterhaltung von Schmerzen beteiligt sein.

In der psychologischen Schmerztherapie wird der Patient motiviert, sich von problematischen Verhaltensmustern zu lösen und neue Wege zu beschreiten. Darüber hinaus wird dem Patienten dabei geholfen, die psychischen und sozialen Folgen seiner chronischen Schmerzen zu verringern, um dadurch wieder mehr Lebensqualität zu erlangen.

Zurzeit arbeiten 5 Psychologen in unserem interdisziplinären Team, die über fundierte schmerzpsychologische Erfahrungen und fachübergreifende Kenntnisse verfügen. Dadurch können wir den Problemen unserer Patienten individuell begegnen.

Multidisziplinäre algesiologische Diagnostik

Während des 3-tägigen Assessments wird mit jedem Patienten ein ausführliches diagnostisches Gespräch geführt, in dem die körperlichen, psychischen und sozialen Aspekte des Schmerzgeschehens erhoben, auf ihre Schmerzrelevanz geprüft und zu einem multidimensionalen Schmerzmodell zusammengefasst werden. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und unserem Pflegeteam wir daraus eine Therapieempfehlung erarbeitet.

Schmerzpsychotherapie

Ziel der psychologischen Maßnahmen während der 3-wöchigen multimodalen Schmerztherapie ist, den Patienten zu mehr Selbstkompetenz im Umgang mit den Schmerzen und deren Folgen zu verhelfen. Es werden im Wesentlichen Methoden der Verhaltenstherapie eingesetzt, z. B.

  • Wissensvermittlung
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Atementspannung)
  • Analyse schmerz- und stressfördernder Bedingungen
  • Problemlösetraining und Entwicklung realistischer Zukunftsperspektiven
  • Erkennen und Verändern ungünstiger schmerzbezogener Überzeugungen und Verhaltensweisen
  • Übungen zur Schmerzbewältigung (z. B. Aufmerksamkeitslenkung, Entspannung)
  • Achtsamkeits- und Akzeptanzübungen in Bezug auf Schmerzen
  • Biofeedback (Rückmeldung biologischer Signale mit technischer Hilfe)

Bei einigen Patienten bestehen psychische Beeinträchtigungen, für deren Behandlung eine längerfristige ambulante Psychotherapie sinnvoll ist. In diesen Fällen helfen wir bei den notwendigen Vorbereitungen.