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MAGERL-Fusion

Die Indikation zur operativen Versorgung ist gegeben bei Schmerzen und Funktionseinschränkungen, bei radiologisch gesicherter Instabilität sowie bestehenden neurologischen Defiziten. Da der Verlauf der Rheumatoidarthritis-Destruktion progredient ist, kommt einer möglichst frühen operativen Behandlung eine besondere Bedeutung zu. Ferner wird dadurch eine größere Zerstörung und eine damit verbundene Fehlstellung verhindert. 

Bei alleiniger atlanto-axialer Subluxation ohne cranial settling bzw. ohne Destruktion C0 – C1 führen wir eine transartikuläre Verschraubung nach Magerl in Kombination mit Gallie-Operation durch. Verschiedene operative Möglichkeiten stehen für dorsale Fusion der atlanto-axialen Subluxation zur Wahl, dies beginnt mit Brooks-Fusion, Gallie-Fusion, interlaminären Verdrahtung, transartikuläre Verschraubung C1/2 nach Magerl sowie Direktverschraubung C1/C2. 

Direkt an den Wirbelbögen ansetzende Stabilisationsverfahren wie Drahtschlingen 

oder Hakensysteme können wegen der rheumabedingten knöchernen Destruktionen oft keine ausreichende Stabilität erreichen. Dagegen ist die biomechanische Überlegenheit der transartikulären Verschraubung nach Magerl in zahlreichen Studien nachgewiesen.

Bei altanto-axialer Subluxation ohne cranial settling (siehe unten) bzw. ohne Gelenkzerstörung C0/C1 führen wir eine transartikuläre Verschraubung nach Magerl mit Fixierung eines Knochenspans aus dem Beckenknochen nach Gallie durch. Hierbei wird der Patient in einer Bauchlagerung gelagert, durch einen streng begrenzten Zugang werden der erste und zweite Halswirbelkörper  über einen ca. 4 cm Hautschnitt dargestellt. Durch seitliche Röntgenkontrollen und perkutanes Bohren werden dann jeweils 2,7 mm spezielle Titanschrauben über 2 Stichincisionen mittels Führungshüllensystem eingebracht. 

Die Fixation des Knochenspans (Galliefusion) wird zum Schluss mittels Draht, Kabel oder Fäden durchgeführt. Die rechtzeitige operative Stabilisierung bei C1/2-Instabilität verhindert die Ausbildung einer späteren zusätzlichen vertikalen Instabilität. 

Zahlreiche Studien zeigten, dass nach einer C1/2-Fusion mit Reposition der Luxation nach kurzer Zeit ein erheblicher Rückgang des Pannus (Bindegewebswucherung bei chronischen Entzündungszuständen) und dadurch indirekte Dekompression des Spinalkanals kommt.