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Wirbelgleiten

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)

Bei Wirbelgleiten liegt eine Gefügelockerung zwischen zwei Wirbeln vor. Man unterscheidet 3 Formen (Verlinkung mit Poster Mannheim)

1. Die Isthmus-Defekt Spondylolisthesis, bei der der Wirbelbogen im Zwischengelenkbereich eine Unterbrechung („Spondylolyse“) aufweist. Ein Teil der Betroffenen bekommt  - meist im Erwachsenenalter - Rückenbeschwerden, die bei Erschütterung schlimmer werden.

2. die Isthmus- Dysplasie, wo ein Teil des Wirbelbogens wegen einer Anlageschwäche ausgedünnt und verlängert , in einem Teil der Patienten auch unterbrochen ist. Diese Veränderung bewirk meist schon bei Kindern Fehlstellungen von Becken und Lendenwirbelsäule und kann zum totalen Abrutschen des Gleitwirbels - Spondyloptose – fortschreiten.

3. die degenerative Spondylolisthesis, bei der der gesamte Wirbel, also Wirbelkörper und Wirbelbogen gegen den Nachbarwirbel verrutscht. Dieser Typ kommt vor allem in der 2. Lebenshälfte vor und bereitet vor allem wegen der Stenose (Link) Beschwerden. Einschrängung der Gehstrecke, (Claudication spinalis,  Schaufensterkrankheit)

Bei allen Typen ist der Übergang zum Becken zwischen dem 4./ 5. Lendenwirbel sowie 5. Lenden- und 1. Kreuzbeiwirbel am häufigsten betroffen.

Operative Therapie:

Bei starken Schmerzen und/oder neurologischen Störungen  im Zusammenhang mit Verengungen des Spinalkanals, muss dieser erweitert werden und die Wirbel  müssen nach stellungskorrektur  operativ wieder miteinander verbunden werden. Da es keinen Ersatz für zerstörte Bänder oder Gelenke gibt, müssen die Wirbel knöchern  miteinander verbunden ("versteift") werden. Unsererseits wird die Operation von hinten am Rücken - PLIF - Technik  Links- bevorzugt. In manchen Fällen kann diese Operation in minimal-invasiver Technik angeboten werden. Nach Befreiung der Nervenstrukturen aus der knöchernen Enge wird nun auch die Bandscheibe entfernt und die Wirbelkörper werden wieder in die richtige Position gebracht. Danach werden Titan-Platzhalter in das Bandscheibenfach, sowie Knochenbälkchen aus dem Beckenkamm eingebracht.  Sie haben die Aufgabe, den ursprünglichen Abstand zwischen den Wirbelkörpern wiederherzustellen. Zusätzlich wird ein Schrauben-Stab-System in die zu versteifenden Wirbelkörper eingebracht um  eine knöcherne Durchbauung und damit eine Stabilität zu sichern.