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Was ist Neurologie?

Die Neurologie ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit den nicht zu operierenden, körperlich bedingten Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven, Nervenwurzeln und der Muskulatur beschäftigt. Die häufigsten Erkrankungen sind im ambulanten Versorgungsbereich Kopfschmerzen, Epilepsien (Anfallsleiden), Erkrankungen der Nerven und Nervenwurzeln, Multiple Sklerose, Parkinson-Syndrome und Demenzerkrankungen. Im stationären Bereich kommen die Schlaganfälle als häufigste Funktionsstörung hinzu.

Wie in allen anderen Fachgebieten ist es vor einer Behandlung meist notwendig, eine exakte Diagnose zu stellen. So werden beispielsweise nicht alle Kopfschmerzarten gleichermaßen behandelt. Bei Parkinson-Erkrankungen sind Medikamente bei etwa 70 bis 80% der Betroffenen wirksam, wohingegen sie bei den übrigen Patienten, obwohl die Symptomatik ganz ähnlich sein kann, nicht oder nur wenig wirken und unter Umständen sogar unangenehme Nebenwirkungen verursachen.

Den wichtigsten Stellenwert in der Diagnostik haben immer noch das eingehende Gespräch mit dem Patienten, eventuell auch den Angehörigen, und die klinische Untersuchung. Bei der überwiegenden Zahl der Patienten gelingt es damit, zumindest grob eine Diagnose zu stellen. Zusatzuntersuchungen dienen in diesen Fällen der Präzisierung der diagnostischen Zuordnung. Manchmal ist der Einsatz von Zusatzuntersuchungen jedoch ganz entscheidend.

Als wichtigste Zusatzuntersuchungen im neurologischen Fachgebiet sind neben zahlreichen Laboruntersuchungen die Elektroenzephalographie (Ableitung der Hirnstromkurven), die Elektroneuro- und -myographie (elektrische Untersuchung von Nerv und Muskel), die evozierten Potenziale (elektrische Untersuchung von Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn), die Doppler- und Duplex-Sonographie (Ultraschalluntersuchung) der hirnversorgenden Gefäße, Muskeln und Nerven sowie die Liquoruntersuchung (Untersuchung des „Nervenwassers“)  zu nennen. Darüber hinaus ist die Neurologie mehr als jedes andere Fachgebiet auf die Computer- und Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, abgekürzt: MRT), die von den Radiologen vorgenommen wird, angewiesen. Diese Untersuchungen  bieten heutzutage einen exzellenten Eindruck der anatomischen Verhältnisse des Gehirnes und Rückenmarks. Mit speziellen Methoden kann man sogar Aussagen über Hirnfunktionen machen. In diesem Zusammenhang sind auch nuklearmedizinische Methoden (single photon emission computed tomography = SPECT und Positronenemissionstomographie = PET) zu nennen, die nur in wenigen Kliniken zur Verfügung stehen. Bei Erkrankungen, die seelischen Ursprungs sind, spielen psychologische und Testuntersuchungen eine wichtige Rolle.

Die Behandlung der Erkrankungen erfolgt in vielen Fällen medikamentös, z. B. bei den Epilepsien, der Parkinson-Krankheit und Schmerzkrankheiten. Bei vielen Erkrankungen, z. B. bei Störungen der Bewegungen (etwa Parkinson-Syndrom) oder Schmerzerkrankungen, hat die (zusätzliche) physikalische Therapie (z. B. Krankengymnastik), Logopädie (Sprach- oder Sprechtherapie) sowie Ergotherapie (Einüben alltäglicher Aufgaben) eine große Bedeutung. Längerdauernde Übungsbehandlungen, etwa nach einem Schlaganfall mit Lähmungen, werden vielfach in speziell darauf ausgelegten Rehabilitationskliniken vorgenommen. Mitunter leitet sich aus der Diagnose die Möglichkeit oder Notwendigkeit einer operativen Behandlung, meist durch die Neurochirurgen oder Orthopäden, ab.  Schwer kranke Patienten, z. B. solche mit Atemfunktionsstörungen, müssen vielfach auf Überwachungs- oder Intensivstationen betreut werden.

  • Aufgabe des Arztes ist es, die Beschwerden der/s ihm anvertrauten Patienten/in diagnostisch zuzuordnen und einen Behandlungsvorschlag zu unterbreiten.
  • Art der Diagnostik und Behandlung orientieren sich an den Leitlinien der nationalen und internationalen neurologischen Fachgesellschaften.
  • Schwierige Diagnosen sind in engem Kontakt mit den Kollegen und unter Benutzung der medizinischen Fachliteratur mit Akribie zu verfolgen, gestellte Diagnosen sind im Falle nicht erfolgreicher Behandlung auf Plausibilität zu prüfen. Im Falle ursächlich nicht zu klärender beeinträchtigender Beschwerden oder bei nicht zur Verfügung stehender Behandlungsverfahren werden – im Falle einer realisistischen Möglichkeit einer besseren Diagnosefindung – eine Wiedervorstellung oder die Einholung einer zweiten Meinung angeboten.
  • Der/die Patient/in oder ggf. seine/ihre Angehörigen werden verständlich über die empfohlenen Untersuchungen, die gestellte Diagnose und die möglichen Behandlungen informiert. Er/Sie entscheidet, welche der angebotenen Varianten realisiert wird.
  • Bei Entscheidungsunfähigkeit des/r Patienten/in entscheidet dessen/deren mutmaßlicher Wille über das weitere Vorgehen. Sofern dieser nicht bekannt ist, wird die für Wiederherstellung oder Erhalt der körperlichen Funktionen mutmaßlich beste Weg eingeschlagen.
  • Patientenverfügungen werden strikt beachtet.