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Transorale Dekompression

Die größten Bewegungsmöglichkeiten an der Halswirbelsäule bestehen zwischen dem 1. und 2. Halswirbel „Atlas“ und „Axis“. Deshalb ist dieser „atlanto-axiale“  Bereich anfällig für Verletzungen aber auch rheumatische Destruktionen. Der direkte Operationsweg zu den vorderen Anteilen der oberen Halswirbel ist durch den Kiefer/Mundbereich versperrt. Die einzige direkte Zugangsroute führt über den Mund-Rachenraum. Da dieses Areal nicht vollständig chirurgisch desinfiziert werden kann, sollten, wenn zeitlich noch möglich, die Zähne saniert werden.

Der transorale Eingriff wird wegen der eingeschränkten Platz- und Lichtverhältnisse mit Vorteil unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Wesentliche Ziele des Eingriffs sind, verhakte Verrenkungen operativ zu lösen und zu beseitigen, Rückenmarkskompressionen durch einen fehlstehenden Zahnfortsatz „Dens“ zu beseitigen („Densresektion“) oder tumoröses bzw. infektiöses Gewebe zu entfernen und die Defekte stabil zu überbrücken. Dabei hat sich uns eine hier entwickelte Technik sehr bewährt, den nicht erkrankten vorderen Atlasbogen zu erhalten.

Immer sollte u. E. dieser Eingriff mit einer zusätzlichen hinteren Versteifung Magerl-Fusion kombiniert werden.