A A A

Magenspiegelung

Warum wird eine Magenspiegelung gemacht und bei welchen Beschwerden ist eine Magenspiegelung notwendig?

  • Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
  • Magenentzündung
  • Verengungen im oberen Magen-Darm-Trakt
  • Blutung aus dem Magen oder Zwölffingerdarm
  • Teerstuhl (schwarzer Stuhlgang)
  • Kaffeesatzerbrechen
  • Bluterbrechen
  • lang anhaltende Verdauungs- und Durchfallerkrankungen
  • und vieles mehr

Wie muss ich mich auf die Untersuchung vorbereiten? 

  • am Morgen der Untersuchung keine feste Nahrung
  • etwas Flüssigkeit kann getrunken werden
  • Tabletten können eingenommen werden
  • Einverständniserklärung, 24 h vor Untersuchung bzw. am Tag vor der Untersuchung (entfällt bei Notfalluntersuchung bei V.a. Magenblutung)
  • Bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (Falithrom oder Marcumar) können keine Biopsien entnommen werden. 

Wie funktioniert eine Magenspiegelung?

Bei der Magenspiegelung selbst müssen sie etwaige Zahnprothesen entfernen. Danach müssen sie einen sogenannten Beißschutz in den Mund nehmen. Der Beißschutz verhindert, dass Sie während der Untersuchung auf das Endoskop beißen können. Dies verhindert Schäden am Gerät, aber auch Schäden an ihren Zähnen und Kiefer. Danach bekommen sie je nach Wunsch ein Medikament zum Schlafen. Der Schlauch wird dann in den Mund eingeführt und abgewinkelt, so dass man die Stimmritzen und den Eingang in die Speiseröhre erkennt. Das Gerät wird dann vorsichtig bis zum Speiseröhreneingang vorgeschoben. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie aufgefordert, einmal zu schlucken, so dass der Schlauch in die Speiseröhre rutscht. Das Gerät wird dann unter Sicht in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben. Am tiefsten Punkt, dem absteigende Teil des Zwölffingerdarms, wird das Gerät zurückgezogen. Erst im Rückzug wird der obere Magen-Darm-Trakt ausführlich betrachtet. Zuerst wird der Zwölffingerdarm inspiziert, dann der Magen und zuletzt die Speiseröhre. Die Untersuchung dauert ca. 5 – 10 Minuten und ist ingesamt nicht sehr belastend.

Was kann man während einer Magenspiegelung behandeln oder feststellen?

  • Entnahme von Gewebeproben: Mit einer kleinen Zange können aus dem Magen- und Darmtrakt Gewebeproben entnommen werden. Die Entnahme von Gewebeproben ist schmerzlos, da die Schleimhaut nicht schmerzempfindlich ist.
  • Blutstillung bei einem z.B. blutenden Magengeschwür: Wenn es im Magen blutet, kann man mit einer kleinen Nadel, die durch das Endoskop geschoben werden kann, Medikamente in die Magenwand spritzen, so dass eine Blutung gestillt werden kann. Als Medikamente kommen hier zum einen Adrenalin und Fibrinkleber in Frage. Adrenalin ist ein körpereigenes Stresshormon, das den Blutdruck und den Puls anheben kann. Wenn man Adrenalin in die Magenwand spritzt, werden die Blutgefäße enger und die Blutung hört auf. Bei dem Fibrinkleber handelt es sich um den Stoff, den der Körper zur Blutstillung verwendet, wenn man sich z.B. geschnitten hat.
  •  Setzen von kleinen Metallclips: Bei einer Magenblutung kann es z.B. vorkommen, das man ein kleines Gefäß findet, aus dem es blutet. Diese Gefäß kann man mit einem Clip verschließen, so dass die Blutung aufhört.
  • Blutung aus Krampfadern in der Speiseröhre. Bei Blutung aus Krampfadern in der Speiseröhre oder um diese zu vermeiden kann man die Krampfadern mit kleinen Gummiringen abbinden, so dass die Blutzufuhr zu den Krampfadern gestoppt wird und diese kleiner werden. Weiterhin können bei Blutungen aus Krampfadern Medikamente in diese oder neben diese appliziert werden, die die Krampfadern veröden (Äthoxysklerol bei Krampfadern in der Speiseröhre, Histoacryl bei Krampfadern im Magen)
  • Verbrennen von Blutungsquellen mit Argon-Plasma-Koagulation: Bei z. B. vielen kleinen zarten Gefäßen oder bei Blutungen aus einem Tumor, kann man die Gefäße mit der sog. Argon-Plasma-Koagulation (APC) verbrennen und verschmelzen, so dass die Blutung aufhört.
  • Aufdehnen von Engstellen in der Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm: Es gibt zwei Möglichkeiten, mit denen man Engstellen aufdehnen kann. In der Speiseröhre können z.B. narbige Engstellen, die durch Verätzung durch Magensäure entstanden sind, mit einem länglichen Silikonkegel aufgedehnt werden. Eine weitere Möglichkeit der Aufdehnung besteht mit einem aufblasbaren Ballon bei z.B. einem zu engen Mageneingang (z.B. Achalasie). Das ist die sogenannte pneumatische Dilatation.
  • Neben dem Aufdehnen von Engstellen kann man z.B. in die Speiseröhre sogenannte Stents einsetzen. Stents sind Metallgittergeflechte, die die Speiseröhre aufdehnen und aufhalten können, wenn diese durch einen Tumor verschlossen wird.
  • Entfernen von Polypen oder kleinen flachen Tumoren: Polypen und kleine Tumore können im Magen-Darm-Trakt mit kleinen Schlingen abgetragen werden. Hierbei wird der Polyp oder der Tumor zuerst mit einem Medikament unterspritzt, so dass er sich ein bisschen von der Schleimhaut abhebt. Danach kann man mit einer kleine Schlinge, den Polypen oder Tumor umgreifen und mit elektrischem Strom abschneiden.

Gibt es bei der Magenspiegelung Risiken?

Es können kleine Verletzung entstehen, die von alleine wieder heilen. Insbesondere bei der Entfernung von Polypen besteht die Gefahr, dass während der Untersuchung ein Loch in der Magenwand entsteht. Diese sogenannte Perforation macht normalerweise eine Operation notwendig, bei der das Loch verschlossen werden muss. Es kann auch vorkommen, dass Teile des Magens entfernt werden müssen.

Wenn blutverdünnende Medikamente eingenommen werden und/oder Polypen entfernt werden, kann es während der Untersuchung zu Blutungen kommen. Diese Blutung können normalerweise während der Untersuchung bereits gestoppt werden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass man eine zweite Untersuchung zur Blutstillung durchführen muss. Bei einem großen Blutverlust ist gegebenenfalls die Gabe von Fremdblut notwendig.